Die erste Begegnung
Langsam öffnet sich das schwere Rolltor und die einfallenden Sonnenstrahlen verdrängen Inch by Inch die Schatten von einem sehr vertrauten Gesicht. Unverkennbar dieser Blick aus den zwei innenliegenden Scheinwerfern, eingerahmt von kraftstrotzenden Kotflügeln und einer Stoßstange, die diesem Namen noch alle Ehre macht. Nichts lenkt ab von dem klaren, selbstbewussten Ausdruck, der selbst den Novizen im Orden der Land Rover Enthusiasten auf der Stelle gefangen nimmt. Dieses Gesicht hat weltweit automobile Geschichte geschrieben. Ein Sinnbild für Endurance und Funktionalität. Stilprägend für Generationen von automobilen Enkeln in seiner fast provokanten Reduktion auf das Wesentliche.
Spätestens wenn der Motor dann das erste Mal seine sonore, kraftvolle Stimme erhebt wird auch der bisher eher erfahrene Land Rover Owner genauer hinhören und hinsehen.
Ein Blick auf diesen ganz besonderen Offroadster genügt um anzunehmen man hätte in der Historie klassischer britischer Automobile irgendetwas seit Jahrzehnten übersehen.
So konsequent stilvoll und folgerichtig erscheint diese Evolution eines Serie Land Rover 109, dass man geneigt ist in den Archiven der 60er und 70er Jahre der traditionellen Marke aus Solihull nach Vorlagen oder Anzeichen für ein solches Sondermodell zu suchen.
Ein echter Offroader von der Stoßstange bis zur Heckleuchte – und doch ein Roadster. Wer je nach einem Beweis gesucht hat, dass Cross-Over eine Kunstform in sich selbst sein kann – hier ist die Antwort.
Kein Versuch retrogerichteter Designübungen a la Volkswagen Beetle oder BMW Mini – stattdessen eine respektvolle Weiterentwicklung einer Ikone des britischen Automobilbaus. Im Ergebnis ein Automobil wie es schon vor vierzig Jahren hätte gebaut werden müssen. Kompromisslos klassisch – ohne jedes Zugeständnis an Moden oder Trends. Bar jeder Anbiederung an Zielgruppen moderner Marketingkonzepte. Stattdessen begegnet der Longnose seinem zukünftigen Besitzer auf gleicher Augenhöhe – charakterstark, respekteinflößend, stilsicher.
Der designierteThronfolger Edward hätte Wallis Simpson im Bell Aurens zu heimlichen Landpartien entführt. Lawrence von Arabien wäre im Bell Aurens Longnose gen Akaba gefahren. Und General Montgomery hätte ihn vor dem Offizierscasino von El Alamain geparkt.
Wirklich schade für die Herren, dass dieses Juwel erst so viele Jahre später das Licht der automobilen Welt erblickt.
Die Idee
Manche Eingebungen entwickeln sich bei weiterem Nachdenken zu faszinierenden Ideen. Wirklich gute Ideen werden zu einer Vision, der man sich nicht mehr entziehen kann. Sie verlangen nach Realisierung mit der unwiderstehlichen Konsequenz eines Babys auf dem Weg zur Geburt.
Eben eine solche Idee ist der Bell Aurens Longnose. Vom ersten Gedanken über erste Skizzen und 3-D Studien war der Wunsch nach Realisierung schon nach kürzester Zeit nicht mehr zu ignorieren. Im Gegenteil war die Geburt des ersten Prototyps nur noch eine Frage der Zeit und der Möglichkeiten.
Wer jemals einen Serie Land Rover mit heruntergeklappter Frontscheibe über Feldwege oder durch die Stadt gefahren hat wird die Faszination verstehen die von der Idee eines Cross-Over zwischen klassischem britischen Roadster und einem Vollblut Offroader ausgeht.
Beide Fahrzeugtypen vereinen sich in dem Bell Aurens Longnose auf so kongeniale Weise, dass sich die Bezeichnung Offroadster für diesen neuen Typus Automobil aufdrängt.
Vorne sorgen wahlweise 8 oder 12 Zylinder für Vortrieb bis an die Grenzen der physikalischen Möglichkeiten. Weit hinten, am Ende einer schier nicht enden wollenden Motorhaube, wartet der Bell Aurens mit einer Fahrgastzelle auf, die durch die Kombination klassisch-edler Materialien und minimalistischer Ausstattung höchste Ansprüche an ein echtes Fahrergefühl übererfüllt. Das traditionelle Blattfeder-Fahrwerk meldet den Straßenzustand jederzeit unverblümt und ohne faule Kompromisse an die Wirbelsäule des Fahrers. Die im Bereich der vorderen Kotflügel sichtbar geführten Auspuffkrümmer sorgen für eine kernige Optik, die die entsprechende akustische Präsenz des Longnose vorausahnen lässt.
Das Wissen um die unübertroffenen Offroad Qualitäten eines echten Land Rovers mit Allradrad Antrieb, Geländeuntersetzung und Mitteldifferentialsperre laden zu ausgiebigen Touren, auch durch schweres Gelände, ein. Oder dem Sturm durch Wüstensand nach Akaba.
